Infobrief 10-26
"Gut zu wissen"
BÖRSENBERICHT:
ANLEIHEZINSEN STEIGEN AUF 20-JAHRES-HOCH
BLICKPUNKT:
GIBT ES EINE „KI-BLASE“?
Infobriefe
"Gut zu wissen"
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BÖRSENBERICHT: ANLEIHEZINSEN STEIGEN AUF 20-JAHRES-HOCH
Zinsen und geopolitische Risiken bestimmen den September
Die Kapitalmärkte beschäftigten sich im September vor allem mit dem Anstieg der Zinsen. An den Aktienmärkten war weiterhin „Künstliche Intelligenz“ das zentrale Thema. Die Handelskonflikte der USA blieben ohne größere Auswirkungen auf die Börsen. Kanada lehnte Forderungen der Trump-Regierung ab, Kanada solle einen Großteil seiner wirtschaftlichen
Souveränität an die USA abtreten. Auf neue US-Zölle von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Waren reagierte Kanada mit Gegenzöllen.
Neue gegenseitige Militärschläge zwischen den USA und dem Iran an der Straße von Hormus und eine Eskalation des Konflikts auf der arabischen Halbinsel am Roten Meer erinnerten die Märkte an die ungelösten Probleme. Öl- und Gaspreise stiegen deutlich...
KI bleibt das zentrale Thema an den Aktienmärkten
Mit Spannung wurden die Quartalsergebnisse von Nvidia erwartet. Der KI-Chip-Designer und einige große US-Softwarekonzerne übertrafen die Erwartungen, was Sorgen um ein mögliches Platzen einer KI-Blase und die Auswirkungen von KI auf die Software-Branche verringerte. Die Absage des für dieses Jahr erwarteten Börsengangs von OpenAI, dem Entwickler des populären KI-Modells ChatGPT, sorgte zwar bei einigen Aktien für höhere Kursschwankungen, erschütterte den Gesamtmarkt aber nicht. Auch Warnungen aus der KI-Branche vor einer zu schnellen Entwicklung der KI-Technologie und damit einhergehenden Sicherheitsbedenken sorgten
phasenweise für Verunsicherung, lösten aber keine Trendwende an den Aktienmärkten aus. Die Nvidia-Aktie blieb in der Nähe ihres Rekordkurses aus dem Mai, was einem Börsenwert von rund 5,3 Billionen US-Dollar entspricht...
Anleiherenditen erreichen langjährige Höchststände
US-Finanzminister Scott Bessent scheiterte mit dem Versuch, mit erhöhten Anleiherückkäufen den Anstieg der Anleihezinsen aufzuhalten: Der Ausverkauf bei US-Staatsanleihen setzte sich weiter fort und zog die Kurse anderer Staatspapiere weltweit mit nach unten. In der Folge kletterten nicht nur in den USA die Renditen auf langjährige Höchststände. Auch in Japan, Frankreich, Großbritannien und Deutschland müssen die Regierungen Anlegern deutlich höhere
Zinsen zahlen. So kletterte die Rendite zehnjähriger US-Treasuries auf 5,16 Prozent und drohte, sich über der Marke von fünf Prozent festzusetzen. Die Rendite der vergleichbaren deutschen Bundesanleihe kletterte auf gut 3,6 Prozent;..
IM BLICKPUNKT: GIBT ES EINE „KI-BLASE“?
Als „Blase“ bezeichnet man an den Aktienmärkten das Phänomen, dass sich die Bewertung von Aktien einer Branche, eines Sektors, eines ganzen Landes oder einer Region durch Kursanstiege so weit von dem wirtschaftlich angemessenen Wert entfernt, dass das Risiko plötzlicher und hoher Kursverluste besteht, dem sprichwörtlichen „Platzen der Blase“. Schon seit dem Frühjahr 2023 hat das stark steigende Interesse der Anleger an Aktien mit Bezug zum Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) für deutlich steigende Aktienkurse gesorgt. Ausgelöst wurde dieser Boom vor allem vom Erfolg des Chatbots ChatGPT, der Ende November 2022 veröffentlicht wurde...
Der Milliarden-Wettlauf um KI-Infrastruktur
Die größten Nachfrager nach dieser KI-Hardware sind die sogenannten „Hyperscaler“, Konzerne, die KI-Dienste über ihre Cloud-Rechenzentren anbieten und dazu eine gigantische IT-Infrastruktur aus Hunderttausenden oder Millionen vernetzten Servern aufbauen. Denn der Begriff „Hyperscaler“ verspricht, diese Kapazität an Rechenleistung bei Bedarf fast unbegrenzt zu erweitern: die sogenannte horizontale Skalierbarkeit...
Schulden, Beteiligungen und versteckte Risiken
Die auf den ersten Blick sichtbaren Schulden in den Bilanzen der fünf großen Konzerne stiegen schon auf 725 Mrd. USD – sind jedoch nur die halbe Wahrheit: Die versteckten außerbilanziellen „Schattenschulden“ dürften sich auf mehr als das Doppelte belaufen, mindestens 1,5 Billionen US-Dollar. Diese Schuldensumme hat sich in den letzten vier Jahren verachtfacht und besteht zu einem großen Teil aus langfristigen Rechenzentrums-Leasingverträgen mit Laufzeiten von 10 bis über 15 Jahren sowie festen Abnahmeverpflichtungen für KI-Chips..
Revolutionäre Technologie – aber nicht ohne Risiko
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